Fragen & AntwortenWas sind Trüffelfallen?

Was sind Trüffelfallen?

Bei den sogenannten Trüffelfallen handelt es sich um eine relativ neue Methode im Trüffelanbau:
Ursprünglich stammt die Methode aus dem Perigordtrüffel-Anbau in Frankreich und Spanien. Dort werden seit einigen Jahren etwa spatentiefe Löcher („Trüffelfallen“) auf den Pflanzungen gemacht, mit Trüffelsporen angereichertes Substrat hineingegeben, und die Löcher wieder verschlossen. Zwei Jahre nach der Maßnahme bilden sich Trüffel in diesen Löchern, die dann geerntet werden können.
Die Trüffelfallen machen allerdings erst Sinn, wenn die Pflanzen nach vier bis fünf Jahren eine gewisse Größe erreicht haben, und sich idealerweise ein sogenanntes Brûlée bildet (kahler Bereich unter der Pflanze durch die Pilzaktivität).
Die aus der Praxis stammende Methode wurde inzwischen wissenschaftlich untersucht und die Abläufe beschrieben (Murat et al. 2016). Das Substrat in den Löchern regt das Wurzel- und Pilzwachstum an, während die enthaltenen Sporen das Trüffelmycel befruchten. Meist besteht das Trüffelmycel eines Baumes aus einem sog. „Muttermycel“, das eine Befruchtung durch ein „Vatermycel“ benötigt, um Früchte auszubilden. Der Vorgang ähnelt der Bestäubung eines Obstbaumes, wobei die eingebrachten Sporen die Rolle der Pollen übernehmen. Der Vorgang findet zwar auch ohne Trüffelfallen statt, es dauert dann aber länger.

Quelle: Murat et al. (2016) Trapping truffle production in holes: a promising technique for improving production and unravelling the truffle life cycle. Italian Journal of Mycology (45):47-53.