Fragen & AntwortenWas sind Trüffelfallen?

Was sind Trüffelfallen?

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Ursprünglich stammt die Methode aus dem Perigordtrüffel-Anbau in Frankreich und Spanien. Dort werden seit einigen Jahren etwa Löcher („Trüffelfallen“) auf den Pflanzungen gemacht, mit Trüffelsporen angereichertes Substrat hineingegeben, und die Löcher wieder verschlossen. Zwei Jahre nach der Maßnahme bilden sich Trüffel in diesen Löchern, die dann geerntet werden können.

Es gibt verschieden Rezepte für das Substrat, wichtig ist es jedoch den Zweck des Substrats zu verstehen:

Das nährstoffreiche Substrat in den Löchern regt das Wurzel- und Pilzwachstum an, während die enthaltenen Sporen das Trüffelmycel befruchten. So können in der nährstoffreichen Umgebung danach schnell Fruchtkörper entstehen. Meist besteht das Trüffelmycel eines Baumes aus einem sog. „Muttermycel“, das eine Befruchtung durch ein „Vatermycel“ benötigt, um Früchte auszubilden. Der Vorgang ähnelt der Bestäubung eines Obstbaumes, wobei die eingebrachten Sporen die Rolle der Pollen übernehmen.

Der französische Trüffelforscher Claude Murat hat folgende Anleitung veröffentlicht:

Das Substrat wird in einem Zementmischer mit 250g fein zermahlenen Trüffel (eingefroren), 350g Honig, 50l Vermiculit und 50l Kompost hergestellt und gut durchgemischt. Es wurden im März unter jedem Baum in allen vier Himmelsrichtungen und 50cm Abstand vom Stamm vier 20x20cm und 5-8cm tiefe Löcher gemacht, etwa 250ml Substrat eingefüllt, und wieder verschlossen. Ein Jahr nach der Installation der Fallen erschienen die ersten Trüffel, zwei Jahre danach zeigte sich die volle Wirkung und 95% der geernteten Trüffel wuchsen in den Fallen.

Unserer Erfahrung nach kann das Substrat für den Burgundertrüffelanbau bei uns etwas modifizeirt werden: Das Vermiculit dient als Nährstofftauscher und ist nicht unbedingt nötig, wenn das Substrat ohnehin viele verfügbare Nährstoffe enthält. Etwas Kalk beizumischen schadet nicht um die richtigen Wuchsbedingungen für den Trüffel herzustellen. Torf dagegen verbietet sich aufgrund seiner versauernden Eigenschaften von selbst. Der Honig soll als Energielieferant dienen, ob er nötig ist bleibt bisher ungeklärt. Das wichtigste sind jedenfalls der Kompost und die feine Zerkleinerung und gleichmäßige Einmischung des Trüffelmaterials.

Probieren Sie die Fallen einfach selbst aus oder kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung möchten.